Ein lückenhaftes Tagebuch von Paula, dem Wossi

Tagebuch Memoiren - Ein lückenhaftes Tagebuch von Paula, dem Wossi

Gestern zum ersten Mai, beim altbewährten Treff mit Freunden, hieß es am Abend des öfteren mal: Ja, griesch isch hier Wein? Nu gloar....

Logisch, zu dieser brisanten Fragestellung durfte auch der brandalte Hit von Udo Jürgens

(Songtext siehe http://www.udojuergens.de/cd/songtext/griechisch.htm) als Top Thema der Woche nicht fehlen...

Dem Schorschle, meinem altem Kumpel, ist der Imiglykos offenbar sehr schnell zu Kopf gestiegen (kein Wunder!) und er konnte nicht umhin, dem Udo permanent ins gesungene Wort zu fallen:

Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde.   "Wir müssen schließlich bluten!"
Komm', schenk dir ein          "...aber sicher, da sind nochmal 30 Mrd."
und wenn ich dann traurig werde, liegt es daran,    "...da kann man nur in Weinlaune verfallen"
daß ich immer träume von daheim; du mußt verzeih'n.   "...genau, wo darf ich mich eigentlich noch wie zu Hause fühlen... oh Heimat Du... bist jetzt EU..."

Nachdem Schorschle zu später Stunde dann noch eine halbe Stunde im dialektischen Dialekt darüber palaberte, ob man "grieschisch-ordoudox zu Greuze grieschen" darf, habe ich beschlossen, mich einfach zu vergrieschen..... in mein Bett, versteht sich!

Ich gebs zu, ich - die kleine Paula - bin seit einiger Zeit mehr oder weniger sprachlos, daher ist dieser Tagebucheintrag auch recht kurz und schmerzvoll ausgefallen.
 
Nur eines weiß ich: "Da gannste escht de Griese grieschen!" Und das is ja nischt Neues für uns Ossis...

 

 


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Tagebuch Memoiren - Ein lückenhaftes Tagebuch von Paula, dem Wossi

Heute kleidet sich unser geliebtes Land mal wieder in reines Weiß, mit einer nicht mehr enden wollenden unschuldig-sauberen Decke, die sich über den ganzen Dreck, der unter der Oberfläche lagert, drüberlegt. Offenbar ist also auch Petrus schon bestechlich, was die schnelle Beschaffung weißer Westen - hier im weißen Westen, ja und im ex-roten Osten natürlich auch - angeht! Es stinkt eben bis zum Himmel. Und wenn Du an der Oberfläche kratzt und schaufelst, mit Deinem Schneeschieber oder gar einer Schneefräse und sogar einige Fetzen des morastigen Untergrundes freilegen konntest, dauert es keine halbe Stunde, und die von ganz da oben haben Deine Enthüllungen geflissentlich wieder zugedeckt, so stark, dass jegliche Spuren sorgfältig  verwischt worden sind.


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Tagebuch Memoiren - Ein lückenhaftes Tagebuch von Paula, dem Wossi

Vor ca. 2 Wochen telefonierte ich mal wieder mit meinem Schwesterlein Klara. Zunächst fragte ich eher so am Rande - die übliche Floskel eben - ob denn alles Friede, Freude, Eierkuchen sei.... "Ach hör auf", erwiderte Klara in jämmerlichem Tonfall, "seit ein paar Tagen ist alles nur noch Eierkuchen! Nichts mehr Friede oder gar Freude. Nichts als Eierkuchen, die einem samt Bananen bereits aus den Ohren rauskommen..." Ich verstand zunächst überhaupt nichts, aber Klara weihte mich dann in die denkwürdigen Einkäufe des 19. September 2009 ein.

Hm... Früher jedenfalls, zur Zeit des Mauerfalls, da war die Banane noch ein Bindeglied zwischen Ost und West, im konkreten Fall zwischen einer einzelnen Ossi und einem einzelnen Wessi... Und heute ist sie offenbar zum Trennungsgrund  geworden - mit anderen Worten zum Bananen Split !
Sicher, unser griesgrämiger Dauerpessimist Manni hätte Glücklichmacher wie Bananen durchaus bitter nötig.  Klara warf ihm wohl dieselben Argumente an den Kopf, mit dem Resultat,  dass Manni ihr mitteilte, dass er sein Glück dann doch eher im Besuch der Banana Show in Amsterdam sehen würde...  Banana Show in der Bananenbar! Kann mir lebhaft vorstellen, wie mein Schwesterherz ihrem Göttergatten mit ihrer eigens improvisierten Banana Show erst richtig eingeheizt hat, bis Manni sich dann ernsthaft gefragt haben muß, warum denn die verdammte Banane immerzu krumm ist... 

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Ich schlage meinen Kalender auf und halte gleich auf den ersten Seiten inne:  Dieses Jahr hatte wunderbar angefangen, "KW Nr 1 in KW 1"  war als erster  Eintrag verzeichnet.  "KW" - ja wofür steht das: Kraftwagen, Kraftwerk, Kalenderwoche und v.a. die Schwaben sollten das verinnerlicht haben - jawoll Kehrwoche!  Kehrtwende in letzter Minute wäre mir lieber gewesen, aber die gibts nicht - gerade hier im süddeutschen Raum nimmt man das mit den KW's aller Art sehr ernst.

Bei uns drüben hieß das früher nicht Kehrwoche, sondern Hausordnung, davon gab es die kleine (das Treppenhaus der jeweiligen Etage putzen) und die große (auch noch die Außenanlagen, Gehweg, Straßenrand reinigen).  Die kleine Hausordnung wurde- seit ich so 12-13 Jahre alt war - zu meinem Aufgabengebiet gemacht.  Unsere Familie wohnte ausgerechnet im Erdgeschoß, sozusagen unterstes Level, die Basis eben.  Während ich als junger Teenager den Eingangsbereich unmittelbar hinter der Haustür fegte, fühlte ich schon damals diese enorme Ungerechtigkeit des Lebens: Ich mußte auch den ganzen Dreck von allen Leuten wegmachen, die ein oder mehrere Etagen über mir waren!
Hinter dem Prinzip der Hausordnung offenbarte sich gleichfalls das Prinzip der Weltordnung, die Soziologie der Gesellschaft - im Westen wie im Osten:
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Tagebuch Memoiren - Ein lückenhaftes Tagebuch von Paula, dem Wossi

Nach drei Waldschlößchenbier wüßte ich, als leicht torkelnde Paula, nicht so recht, ob ich überhaupt noch gerade über eine Waldschlößchenbrücke fahren könnte, egal wie mehrspurig sie angelegt wäre.  Ist ja auch völlig  irrelevant, denn ich - Paula - hocke momentan in Bayerns Metropole im Stadtteil Neuhausen und nippe an einem Weißbier. Der Kühlschrank meines  Kumpels Willy - ein Urbayer  und Vertriebsprofi bei der Paulaner Brauerei - gab nichts anderes her.  Ich überlege, ob ich ihm sagen soll, wie eklig ich Weißbier finde. Aber nein, Paula, mit dieser ketzerischen Haltung wirst Du nie eingebayert werden, auch nach 35 Jahren noch nicht. Außerdem muß eine  Frau namens Paula auch würdig Paulaner trinken können.  Warum hat mir der Willy nicht wenigstens ein Russenmaß / einen Russ'n gegeben (halb Weizenbier  (Weißbier) - halb Zitronenlimonade)? Das würde meiner kommunistischen Zwangs-Vergangenheit viel mehr entsprechen.... Schon komisch, dass wir kein Rotbier hatten. Im Gegenteil, als eine, die eine Menge Zeit in Sachsen und Thüringen verbracht hat, bin ich gern öfter in den Genuß von Eibauer und Köstritzer Schwarzbier gekommen. Ausgerechnet Schwarzbier, farblich passend zum "Schwarzen Kanal" von Karl-Eduard von Schnitzler. Nach dieser "Infusion" (ich meine damit nicht das Bier!) hatte der DDR-Bürger regelmäßig den Kanal voll - so voll, dass sich die Kanaldeckel schon hoben, weil auch der schwarze Morast des eigenen Landes nicht mehr unter der Oberfläche bleiben konnte.
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Twitter Einblendungen

  • Karla Martina Cichy

    http://www.martinas-vitamine.de/start/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=2&Itemid=7 Das klingt doch gut, odr? #Klang

    Saturday, 17 July 2010 16:24

  • Karla Martina Cichy

    http://bit.ly/aVOaH7 Klangwellness Toggenburg Klangweg

    Saturday, 17 July 2010 16:23

  • Karla Martina Cichy

    Danke für den Tip. @WiKann Da kann ich evtl. heute ab 13.30h bei ebay paar Sachen zum Schnäppchenpreis ersteigern :-) - als WM-Ignorantin

    Friday, 18 June 2010 08:37

  • Karla Martina Cichy

    Blick in den Badezimmerspiegel: Nun, bei sovielen Mitessern sollte es nicht schwer fallen, halbwegs schlank zu bleiben. *think positive*

    Friday, 18 June 2010 08:22

  • Karla Martina Cichy

    Trost aus dem dt. Ärzteblatt: "Frauen, die regelmäßig unter Migränekopfschmerzen leiden, erkranken zu 30 Prozent seltener an Brustkrebs."

    Friday, 18 June 2010 08:19

  • Karla Martina Cichy

    RT: Watch FIFA #worldcup online for FREE: http://bit.ly/a0ozsk kl

    Friday, 11 June 2010 21:16